Johlige stellt Pläne für weitere Entwicklung der Nauener Altstadt vor – 15.8.2017

Im Rahmen einer trotz Ferienzeit und Regen mit etwa 30 Bürgerinnen und Bürgern recht gut besuchten Diskussionsveranstaltung am 12.8.2017 stellte der Nauener CDU-Bürgermeisterkandidat Eckart Johlige gemeinsam mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke seine Pläne zur weiteren Entwicklung der Nauener Altstadt zur Diskussion.

Zunächst zog er ein Resümee der bisherigen Entwicklung des Sanierungsgebiets. Zwar sei die Sanierung mit etwa 80 % der Gebäude schon recht weit fortgeschritten, gleichwohl stünden viele Gebäude – möglicherweise auch aus spekulativen Gründen – weiterhin leer und Eigentümer verweigerten sich der Sanierungspflicht. Hier müsse die Stadtverwaltung auch mit den Mitteln des Bauordnungsrechts mehr Druck machen. Förderung alleine scheine hier nicht zu helfen.

Untätigkeit warf er der Stadt vor allem im Hinblick auf das seit über 20 Jahren leer stehende Theater der Freundschaft vor, das leider weiter vor sich hin gammelt. Johlige nannte es einen schweren Fehler, dass die Stadt das Gebäude nicht selbst erworben hat, als es vor einigen Jahren für wenig Geld zum Verkauf stand. Nauen steuere auf die 20.000-Einwohner-Marke zu und ist in der Kernstadt im Bereich der Kultur unterentwickelt. Es gibt kein Theater und kein Kino. Es fehlt an Auftritts- und Übungsmöglichkeiten für Bands, wie auch einige Bürger in der Versammlung kritisierten. Hierfür wäre das Theater der Freundschaft gut prädestiniert. Johlige will sich als Bürgermeister dafür einsetzen, dass das im Herzen der Stadt gelegene Gebäude wieder saniert und einer vernünftigen Nutzung zugeführt wird.

Viele Bürger kritisierten im Rahmen der Diskussion, dass Müll und Schmierereien in der Stadt Überhand nehmen würden. Der CDU-Kandidat machte deutlich, dass das Ordnungsamt personell unterbesetzt sei und eine wirksame Kontrolle insofern nicht stattfände. Hier will er durch Schaffung weiterer Stellen wieder für Ordnung und Sicherheit sorgen. Im Hinblick auf die Diskussion um die Hausmüllentsorgung in öffentlichen Mülleimern machte Johlige deutlich, dass es nicht ausreichend würde, mit Bußgeldern an das Problem heranzugehen. Grundursache sei vielmehr, dass in einigen Wohnblocks der Hausmüll nur kostenpflichtig durch den Kauf von Wertmarken entsorgt werden könnte. Einige Städte – wie etwa München – hätten diese Praxis der Hauseigentümer durch Rechtsverordnung verboten, da dies zu einer illegalen Müllentsorgung führe. Er regte an, hierüber auch in Nauen nachzudenken.

In besonderer Weise wurde von mehreren Bürgern kritisiert, dass es häufig zu Rasereien trotz bestehender Tempolimits in der Altstadt kommen würde. Johlige hielt eine Verkehrsberuhigung durch Fußgängerzonen und Spielstraßen für rechtlich und tatsächlich schwer umsetzbar. Es wäre aber sinnvoll hier Geschwindigkeitsmessungen etwa durch Laser durchzuführen.

Ebenfalls konkret wurde Johlige, als es um die Wiedereinführung eines Marktes ging. Ein solcher könne etwa immer an Samstagvormittagen auf dem verkehrsberuhigten Lutherplatz stattfinden. Dies sollte wieder wie früher in direkter Regie der Stadt – ohne wie zuletzt mit einem „Zwischenbetreiber“ – stattfinden. Die Stadt selbst kann dann auch dafür sorgen, dass in erster Linie regionale Produkte dort vertrieben werden und es nicht wie in der Vergangenheit zu einem „Ramsch“-Markt werde. Dies würde gleichzeitig auch die Innenstadt für die übrigen Gewerbetreibenden an Samstagsvormittagen beleben, da dadurch weitere potenzielle Kunden angelockt werden würden.

Auch weitere Punkte – wie etwa viele nicht mehr stattfindende Bürgerfeste und Veranstaltungen – standen auf der Agenda. Auch weit nach Ende der 2stündigen lebhaften Diskussion, gab es noch in Kleingruppen angeregte Gespräche. Es war zu spüren, dass den Menschen die weitere Entwicklung der Nauener Altstadt zu einer der schönsten Städte des Havellands am Herzen liegt und sie aber auch stolz auf das bisher Erreichte waren.

7.8.2017 Johlige: Nauen soll bei Kreisgebietsreform Kreisstadt werden!

Die Nauener Christdemokraten lassen keinen Zweifel daran, dass sie Gegner der von der rot-roten Landesregierung angestoßenen Kreisgebietsreform sind. In der kommenden Stadtverordnetenversammlung haben sie mit der LWN-Fraktion einen entsprechenden Entschließungsantrag eingebracht, der sich gegen die Vereinigung der Stadt Brandenburg und des Amtes Beetzsee mit dem Landkreis Havelland zum neuen Landkreis Brandenburg-Havelland ausspricht. In diesem Fall soll sich natürlich auch nichts am Status von Rathenow als Kreisstadt ändern.

 

Sollte es jedoch zur Kreisgebietsreform kommen, muss auch die Frage nach der neuen Kreisstadt beantwortet werden, die durch ein Landesgesetz festgelegt werden soll. Ministerpräsident Woidke hat bereits öffentlich erklärt, dass er die Stadt Brandenburg für eine gute Kreisstadt des neuen Kreises halten würde. Und auch im Westen des Landkreises hat sich bereits eine Initiative gebildet, die die bisherige Kreisstadt Rathenow auch weiterhin beibehalten will.

 

Der Nauener CDU-Bürgermeisterkandidat bringt in dieser aktuellen Diskussion jedoch auch Nauen als neue Kreisstadt ins Gespräch.

 

„Nauen war bereits bis zur Vereinigung des Landkreises Nauen mit dem Landkreis Rathenow Kreisstadt und bringt alle dafür notwendigen Ressourcen und Einrichtungen mit“, so Johlige. „Ich will diese unsinnige Kreisgebietsreform nicht, daran lasse ich keinen Zweifel. Wenn es aber eine geben sollte, werde ich mich als Bürgermeister dafür einsetzen, dass auch Nauen bei der Bestimmung der neuen Kreisstadt des neu zu bildenden Landkreises seinen Hut in den Ring wirft.“

 

Für Nauen spricht einiges. Seine zentrale Lage im Herzen des Landkreises macht es für alle Bewohner des Landkreises gut erreichbar. Nauen ist mit dem Auto nur 20 Minuten von Falkensee, 30 Minuten von Brandenburg und 45 Minuten von Rathenow entfernt und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. In Nauen existieren bereits das frühere Kreishaus und auch wichtige andere Einrichtungen des Landkreises. Der Aufwand, Nauen zur neuen Kreisstadt zu machen, wäre denkbar gering. Es würde auch den Realitäten Rechnung tragen, die mit dem starken Wachstum der Havelländer Speckgürtelgemeinden eine bessere Erreichbarkeit der neuen Kreisstadt auch für die dort lebenden Bewohner ermöglichen würde. „Die neue Kreisstadt des neu zu bildenden Landkreises Brandenburg-Havelland sollte jedenfalls keine Randlage im Kreis haben. Hier bietet sich Nauen geradezu an“, so Johlige abschließend.